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Was ist gesunde Ernährung? – Folge #001

Gestern Abend beim Italiener habe ich zwei Frauen am Nachbartisch zugehört. Die eine hat vor kurzem auf vegetarische Ernährung umgestellt und ihre Freundin wollte wissen, wie sie denn jetzt ihren täglichen Eiweißbedarf ohne Fleisch und Fischprodukte decken wird.

Solche und ähnliche Fragen werden mir als Gesundheits- Coach immer wieder gestellt.

Auf die Frage, wie ernährst Du dich denn heute, antworten die meisten Befragten: „Eigentlich ernähre ich mich schon ganz gesund“.

Was ist denn nun dran am Mysterium der gesunden Ernährung? Komplex und im normalen Leben nicht umsetzbar oder einfach und für jeden sofort umsetzbar?

Wie natürliche und gesunde Ernährung funktioniert und auf was Du beim Essen achten solltest, das erkläre ich Dir jetzt in meiner neuen Podcast Folge .

Was ist gesunde Ernährung

Oftmals werde ich von Freunden gefragt, was sagst du als Gesundheits-Coach zum Thema „Gesund Ernährung“ und was ist denn jetzt gesund und was nicht?

Die Werbung formt die Meinung, was gesund ist und was nicht!

Die Lebensmittel- bzw. Nahrungsmittelindustrie hat mittlerweile alle gängigen Informationskanäle erobert. Sie macht wirklich sehr gute Werbung und sie hat natürlich das Ziel möglichst viel Umsatz zu machen. Sie nutzt dazu gezielt „Vorbilder“ wie Schauspieler, Sportler oder andere Prominente.

Ich schaue mir gerne Werbung an, weil die Botschaften an Eltern, Großeltern, Kindern und alle Verbraucher sehr intelligent und clever verpackt werden.

Je wissenschaftlicher es klingt, desto gesünder wirkt das Produkt!

Es werden wissenschaftlich klingende Bezeichnungen wie z.B. „Probiotisch oder Präbiotika verwendet. Claus Hipp bürgt mit seinem guten Namen für die Qualität seiner Babynahrung. Es werden Aussagen über gesundheitsfördernde Wirkungen erwähnt, die mit Studien oder Siegeln belegt werden. Die Studien sind oft vom Hersteller des Produktes selbst beauftragt, bzw. erstellt. Und jetzt mal ehrlich, die wenigsten von uns sind wissenschaftlich so versiert, daß sie die Aussagen der Studien wiederlegen bzw. fachlich entkräften könnten. Die Folge die Studien werden als WAHR gesüpeichert. Es geht kurzer Hand darum das Vertrauen der Konsumenten in die Produkte bzw. die Marke zu stärken.

Convenience auch beim Essen – gesund oder nicht?

Natürlich unterstützen die Konzerne den Trend nach Bequemlichkeit und bieten Convenience Food & Co gerne an. Zeitsparen bei gutem Geschmack ist das Ziel.

Die Ernährung wird gerne als recht komplex dargestellt und das hält viele Verbraucher davon ab, sich intensiver mit diesem Thema zu befassen.

Wie schon gesagt, die Lebens- und Nahrungsmittelindustrie als auch die Pharmaindustrie machen hier einen guten Job in Sachen Werbung.

Ist gesunde Ernährung denn wirklich so komplex?

Da stellt sich doch die Frage, wie komplex ist denn gesunde Ernährung wirklich?

Vorab schon mal die Antwort – gesunde Ernährung ist sehr einfach und logisch. Lass uns doch zunächst mal schauen, was unser Körper braucht um gesund zu bleiben oder wieder zu werden.

Es sind nur vier Grundnährstoffe, die wir Menschen für ein gesundes Leben benötigen

Zur gesunden Ernährung braucht es diese 4 Grundnährstoffe
  1. Kohlendhydrate (Saccharide)

Sie gehören zu den Hauptnährstoffen in der menschlichen Ernährung. Sie liefern schnell verfügbare Energie. Wichtigste natürliche Kohlenhydratträger in der Ernährung sind Getreide und -produkte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Früchte und Rohmilch.

  1. Fette (Lipide)

Dienen als Energielieferant und Energiespeicher. Nur durch sie können fettlösliche Vitamine für den Körper verfügbar gemacht werden

  1. Eiweiß (Protein = das Erste)

Wird auch als der „Träger des Lebens„ bezeichnet. Das zugeführte natürliche Eiweiß wird während des Verdauungsprozesses zunächst in die Aminosäuren (davon gibt es 22 Standardaminosäuren) umgewandelt aus den dann die körpereigenen Eiweiße (z.B. Enzyme) aufgebaut werden. Diese Eiweiße steuern die biochemischen Prozesse im Körper. Diese körpereigenen Eiweiße sind sehr wichtig für die Zellerneuerung.

  1. Vitalstoffe
  • Vitamine (wasser- und fettlösliche )
  • Mineralstoffe (z.B. Kochsalz, Calcium)
  • Spurenelemente (z.B. Chrom, Cobald, Eisen)
  • Enzyme („Fermente“)
  • Ungesättigte Fettsäuren
  • Aromastoffe
  • Faserstoffe (fälschlicherweise Balaststoffe genannt)
Je weniger verarbeitet, desto GESUND

Wenn doch alles so einfach ist, warum sind dann verschiedene Speisen gesund und andere Speisen ungesund?

Grundsätzlich hat es damit zu tun, daß die 4 Grundnährstoffe am gesündesten sind, wenn du sie gar nicht verarbeitest, also roh zu dir nimmst.

Es gibt folgende Verarbeitungsverfahren –

Lebensmittel

  1. Mechanisch verändern – schneiden, reiben , pressen
  2. Fermentieren – Einsatz von Bakterien, Hefen/ z.B. Bier, Milchprodukte (das sind Gärprozesse, wie z.B. Herstellung von Sauerkraut)
  3. Erhitzen – Braten, Kochen Dünsten

Nahrungsmittel

  1. Konservieren – Erhitzen, Trocknen, Einsatz von Konservierungsstoffen/ z.B. ultrahocherhitzte H-Milch, Konserven, Trockenfrüchte
  2. Präparieren – durch chemische Prozesse haltbar machen/ z.B. Fertigpizza, Zucker, Margarine, raffinierte Öle

Je höher der Grad der Verarbeitung umso weniger gesund ist die Nahrung.

Warum ist Erhitzen so schädlich für die Lebensmittel?

Beim Erhitzen denken viele zuerst an den Vitaminverlust. Das ist so jedoch nicht ganz richtig, denn Vitamine sind erstaunlich hitzeresistent. Es kommt zwar zu einem Vitaminverlust, doch ist dieser geringer, als allgemeinhin angenommen wird. Beim „Kochen“ hingegen werden wasserlöslichen Vitamine ausgeschwemmt und landen im Abfluss anstatt in unserer Verdauung. Doch zum Glück kann man Gemüse auch dünsten.

Eiweiß, der Träger des Lebens

Das eigentliche Problem sind weniger die Vitamine, als vielmehr das Eiweiß, welches in denaturierter Form vom Körper nicht mehr so aufgenommen werden kann, wie es für einen funktionierenden Stoffwechsel nötig ist.

Was heißt denn nun wieder Denaturierung?

Die Denaturierung des Eiweißes kann man am besten an Eiern beobachten. In roher Form ist das Eiweiß flüssig. Doch wird es gekocht, verändert es seine Struktur zu einer festen Masse. Chemisch lässt sich keine Veränderung nachweisen. Biologisch wurde jedoch in Tierversuchen nachgewiesen, dass Tiere, die naturbelassenes Eiweiß erhielten, gesund waren, während Tiere, die denaturiertes Eiweiß erhielten, krank wurden.

Eiweiß denaturiert bei ca. 40 Grad Celsius. Dies ist auch der Grund, weshalb wir mit 40 Grad Fieber in eine lebensbedrohliche Situation kommen: Das körpereigene Eiweiß – besser bekannt als „Proteine“ – denaturiert. Der Körper kann es nicht mehr verwerten, was letztlich den Tod zur Folge hat.

Übrigens: H-Milch wird zum haltbar machen für 2-3 Sekunden auf 135° bis 150° Celsius erhitzt. Die Folge: Ca. 90% des Eiweißes wird denaturiert und sind damit eine Belastung für den menschlichen Körper.

Denaturiertes Eiweiß führt auf Dauer zu Krankheiten

Du erinnerst dich sicher noch daran, daß unser Körper aus dem zugeführten natürlichen Eiweiß seine eigenen Eiweißbausteine herstellt. Wenn nun das zugeführte Eiweiß nicht mehr in verarbeitbarer Form zur Verfügung steht, können z.B. verschiedene Enzyme und Hormone nicht mehr erzeugt werden. Das wiederum hat zur Folge, das verschiedene Funktionen, wie z.B. die Verdauung im Körper nicht mehr vollständig stattfinden. Dies ist kurzzeitig kein Problem, allerdings haben wir alle Essgewohnheiten, denen wir über Jahre oder sogar Jahrzehnte folgen. Jetzt kommt es zu Mangelerscheinungen, die dann zu Krankheiten führen können.

Noch ein Wort zu den Kohlenhydraten….

Bei Vollkornprodukten wird das ganze Korn mit Fruchtschale und Keim verarbeitet. Schale und Keim sind die Hauptlieferanten des Vitamin B1, das eine wesentliche Rolle beim Stoffwechsel spielt.

Im Auszugsmehl auch Weißmehl genannt, fehlen die Schale als auch der Keim. Somit fehlt dem Körper das wichtige Vitamin B1

(Zum Thema „Zucker“ gibt es in Kürze einen eigenen Podcast)

Was darf ich denn nun essen und was nicht?

Vier Speisen die du meiden solltest

  1. Auszugsmehlprodukte (auch Weißmehl genannt, egal
    ob Weizen oder Dinkel – z.B. Mehl Typ 405)
  2. Alle Fabrikzuckerarten
  3. Alle raffinierten Fette (Margarinen, gewöhnliche Öle)
  4. Gekochtes Obst, alle Säfte aus Obst und Gemüse
    (bei Magen-Darmempfindlichkeit)

Vier Speisen, die du täglich essen solltest

  1. Vollkornbrote, Vollkornbrötchen möglichst viele verschiedene Sorten (Abwechslung ist wichtig !)
  2. Frischkornmüsli (z.B. mit frischen Haferflocken)
  3. Frischkost (Rohkost)
  4. Naturbelassene Fette
    • Butter, Sahne, Schmand, Creme Fraiché
    • Unraffinierte kaltgepresste Öle (nativ, extra virgine) ,
      B. Olivenöl, Sonnenblumenöl, Leinöl
Gesundheit kommt nicht von rechts- oder links drehenden Joghurt Säuren!

Wie ich am Anfang bereits gesagt habe, es ist einfach und logisch.

Unser Körper braucht keine rechts- oder links drehenden Joghurt Säuren, er braucht ganz einfach nur „vollwertigen Brennstoff“ und er bleibt leistungsfähig.

Du als Verbraucher entscheidest auch immer noch selbst, was du kaufst. Die Grundlage hast du jetzt gehört, fang doch einfach an.

Bei Fragen melde dich gerne bei mir.

 

Tschüss

Euer Burkhard

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